Der schönste Moment des Tages

Es ist nichts Großes. Kein aufwendiges Konzept, kein pädagogischer Plan. Aber es verändert unsere Abende. Wenn wir beim Abendessen zusammensitzen, fragen wir reihum:

» Was war heute das Schönste für dich?«

Jeder kommt dran. Auch die Erwachsenen. Manchmal sind es kleine Dinge:
Dass im Kindergarten heute die Lieblingsfreundin da war. Dass man beim Fußball ein Tor geschossen hat. Oder dass die Zusammenarbeit im Team heute einfach richtig gut geflutscht ist.

Manchmal ist es auch ganz schlicht: » Dass wir jetzt hier zusammen sitzen.« Oder: » Dass morgen ein neuer Tag ist.« Mit dieser einen Frage passiert etwas. Der Fokus wandert automatisch auf das Gute. Wir erfahren, was dem anderen gerade wichtig ist. Und oft entstehen daraus Gespräche, die sonst vielleicht nie geführt worden wären.

Ein Satz wird zum Türöffner. Und ganz nebenbei schwingt etwas mit, das wir gar nicht groß benennen müssen: Dankbarkeit. Nicht als Pflichtübung. Sondern als Blickrichtung. Selbst an Tagen, die nicht besonders gut waren, funktioniert dieses Ritual. Denn auch das darf gesagt werden.
Und manchmal reicht es schon, gehört zu werden. Dieses kleine Abendritual braucht keine Vorbereitung. Nur ein paar Minuten und die Bereitschaft zuzuhören. Und es macht aus einem schnellen Abendessen einen Moment von Nähe.Vielleicht ist genau das manchmal schon genug.

Manchmal reicht eine einzige Frage. Welche ist es bei euch?